Aussteigen- Umsteigen: Patchworkkarrieren mit markante Bruchlinien

Die Zeit der dreigeteilten Lebensphasenmodelle Ausbildung – Erwerbsleben und Ruhestand ist vorbei. Lebensentwürfe tragen heute markante Bruchlinien im Karriereverlauf. Die persönlichen Lebenskonzepte schreien  nach Mitgestaltung,  Verantwortung, lebenslangem Lernen und sich lebenslang Entwickeln. Ein neues Bewusstsein für Energie, Wohlbefinden und Gesundheit macht es leichter sich den Umbrüchen in der Erwerbsbiografie zu stellen oder sie auszulösen.

Der Journalist Mathias Morgenthaler und der Coach Marco Zaugg beschreiben zahlreiche Umstiege, Ausstiege und Neustarts in ihrem Buch “ Aussteigen – Umsteigen- Wege zwischen Job und Berufung“. Wer bereit ist umzudenken, umzukehren und Neues zu wagen, ist stets wendig, flexibel und hat damit das notwendige Rüstzeug in Hinblick auf das neu gewählte Ziel. Das Energieprinzip der Umsteiger heisst: „Ich liebe Krisen, weil sie Energie freisetzen, Feuer und Flamme der Veränderung entfachen“, „Das wichtigste Startkapital ist das Lachen“ ; „Man muss nur noch die Türe öffnen, wenn das Glück anklopft“ oder “ Die wichtigsten Erfahrungen hab ich in der Stille gemacht“, eindrucksvoll und neugierig machend. Die ganze Story will damit gehört, gelesen und erzählt sein. “ Das Leben antwortet mit Zufällen, wenn ein Wunsch aufsteigt, der stark genug ist.“

In 46 Interviews zeigt Morgenthaler deutlich die Dynamik der Veränderung auf.  Klar wird, dass sich die Umstiege lohnen und sich quasi wie ein Automatismus sichtbar machen. Wir gehen in den Veränderungsmodus und steigen aus. Die Formel der Veränderung in den Umstiegmodus, die im Buch skizziert ist, wirkt logisch: Es braucht eine gewissen Willen x eine phänomenale Anziehungskraft x Zuversicht in Richtung Ziel und Klarheit als ersten Schritt. Das Bemühen muss kleiner sein, als der Veränderungsaufwand.

Mathias Morgenthaler hat in den letzten sechszehn Jahren über 800 Interviews geführt, die 46 besten davon, fesseln uns im Buch. Er zeigt uns Personen auf, die ihre Berufung gefunden haben. Der Fokus im Buch liegt zuerst im Aus-. und Umsteigen, dann wird der Leser durch Fragen und Nachdenkphasen zu den eigenen Möglichkeiten auszubrechen, geführt.

Menschen handeln nach Mustern. Muster sind oft nützlich, weil sie konservativ  wiederholende Handlungen rascher und damit produktiver generieren. Durchaus braucht man manchmal aber auch die Aufmerksamkeit für „Heilsame Störungen“, die nach kurzer Zeit zu einer Befreiung führen und zur Bereitschaft der Perspektivenveränderung und damit die Möglichkeit des Umstiegs in sich tragen. Im Konkreten geht es um eine bewusst gewählte Musterunterbrechnung. Simplizität entsteht wenn die engen sich wiederholenden Mechanismen, die zur Reduktion von Komplexität, aufgelöst werden. Neue Möglichkeiten und freie Weg führen zu neuen Ufern. Oft genug gehen wir auf unseren Karrierepfaden an Türen, um sie zu öffnen. Oft öffnen Sie sich nicht einmal einen Spalt, auch wenn wir heftig dran rütteln, klopfen oder uns anders bemerkbar machen. Dann blickt man auf, vertreibt sich die Zeit, besinnt sich und versucht die Tür nochmals zu öffnen. Gar nicht überrascht erkennen wir, die Tür geht automatisch auf – die Zeit ist reif.

Viele der von Mathias Morgenthal erzählten Geschichten greifen ein Phänomen auf, dass sich in der Veränderungssprache  „Freies Antizipieren“ nennt. Es geht um freies Vorwegnehmen möglicher und bislang für unmöglich gehaltener Entwicklungen. Es geht um gezieltes gedankliches Eskalieren des am meisten Befürchteten und ermöglicht sodann freies Verändern von Perspektiven – der Umstieg ist geschafft, da die Arbeit mit dem Bilden von Hypothesen über die Auswirkungen möglicher Veränderungen einen Wahrnehmungsunterschied erwirkt. Alternativen werden so leicht erkennbar – Wahlfreiheit wird erahnbar. Bestimmte Verhaltensmuster führen in veränderungswürdige Zustände, andere Verhaltensmuster führen (ob freiwillig gewählt oder fremdbestimmt zurück) in ein erfülltes Leben.

Link: http://www.beruf-berufung.ch/

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