Archiv für das Tag 'virtuelle Zusammenarbeit'

Wege aus der emotionalen Distanz- 2.0 aufbauen

14. September 2011

Virtuelle Teams steuern und organisieren sich selbst. Sie strukturieren ihre Aufgaben selbst und führen Entscheidungsprozesse selbst durch. Emotionalität und Vertrauen sind die Treiber der Distanzverringerung. Die Aufmerksamkeit und die Geschwindigkeit der Interaktion wird erhöht und es entsteht förmlich eine Sogwirkung mit hoher Schreib- und Lesekonzentration im virtuellen Raum.

 Essenz der virtuellen Führung

Auf der Ebene der beteiligten Menschen kommt der Führungskraft eine Schlüsselfunktion zu. Sie müssen Ihre Führung den virtuellen Bedingungen anpassen. In vielen Situationen bedeutet das: Aktiver, mutiger und zugleich sensibler, offener, mit mehr Beteiligung zu entscheiden und zu kommunizieren. Führungsstil, Führungsinstrumente und Führungsverhalten erfahren eine rasante Veränderung. Schriftsprachliche Geschicklichkeit ist für Sie viel wichtiger als in einem Präsenzteam. Eine klare, offensive und transparente Prozesssteuerung, hohe Vertrauensbereitschaft und niedriges Kontrollbedürfnis bilden in der Führung virtueller Teams keine Gegensätze, sondern ergänzen sich.

Als Führungskraft jonglieren Sie ihr virtuelles Team, indem Sie proaktiv Kontakt pflegen, vernetzen, Wissen gut verteilen und ein Bewusstsein für die gemeinsame Aufgabe schaffen und die gemeinsamen Ziele eng zusammenschließen. Sie sorgen auch dafür, dass das Team von der Heterogenität unter den Teammitgliedern profitiert, das eigene Handeln durch Reflexion und Metakommunikation immer wieder überprüft und seine Kompetenzen so beständig ausbaut.

Abbildung: Distance Leadership (c) Academy4socialskills, 2011

Der Trend hingegen für Unternehmen scheint klar: neue Informations- und Kommunikationstechnologien und vor allem deren sinnvoller Einsatz im Unternehmen bestimmen in Zukunft über Fortbestand eines Unternehmens oder dessen Untergang. Internet, E-Mail, Videokonferenzen bieten Unternehmen zahlreiche Möglichkeiten, ihre Mitarbeiter auch in verschiedenen Ländern einzusetzen oder Arbeitsprozesse sehr individuell zu gestalten. Ausgehend von der Medienrichnesstheorie obliegt es der Führungskraft für die jeweilige Situation das richtige Kommunikationsinstrument zu nutzen und damit den Teamreifegrad zu fördern und entwickeln.

Tragfähige Beziehungen, vertrauensvolle Beziehungen müssen aufgebaut werden ohne sich jemals getroffen zu haben, um die hoch gesetzten Ziele zu erreichen.    Eine Studie der Unternehmensberatung Gartner besagt, dass bis 2015 mehr als 80% der Mitarbeiter gemeinschaftlich virtuell Ihre Arbeitsumgebung gestalten werden.  Die an die Menschen der Moderne gerichtete Erwartung, mobil und flexibel zu sein, erlaubt es häufig nicht, sich an einem Ort allzu lange niederzulassen, was eine Voraussetzung für die Entstehung sozialer Netze ist, aus denen Vertrauen erwächst.

Doch welche Art sozialer Vernetzung erlaubt das technische Netz? 57 % in einer Untersuchung befragten Chatter glauben, dass man über das Netz intensive Beziehungen zu anderen Menschen aufbauen kann (Leithäuser u. Leicht 2001). Sie sehen im Netz erweiterte Beziehungsoptionen, da  Alter,  Aussehen und Wohnort für die Herstellung von Beziehungen eine untergeordnete Rolle spielen.

Als positiv betonen sie auch, dass niemand in der Online-Diskussion unterdrückt wird, weil er zu leise oder zu wenig energisch spricht; jeder Text steht vielmehr gleichberechtigt neben dem anderen. Man trifft sich im Netz wie auf einem Marktplatz, erkundigt sich nach dem Wohlbefinden, äußert sich zum Wetter, beantwortet Fragen. Der Inhalt solcher Gespräche ist unwichtig; wichtig ist das Ritual, das besagt, es ist alles in Ordnung, du kannst beruhigt sein. Solche bestätigenden Rituale geben vielen Beteiligten UserInnen Sicherheiten; aus ihnen kann – wenn diese anfangen, etwas füreinander zu tun – Gemeinschaft entstehen. Gegenseitigkeit in virtuellen Räumen ist nicht unmöglich.

Zum Weiterlesen:

Mullich, J. (2005): Four Ways to Make Virtual Teams Work, abrufbar unter: http://www.cioinsight.com/c/a/Trends/Four-Ways-to-Make-Virtual-Teams-Work/; abgefragt am 25.08.2011

Mullich, J. (2005): Ending the Emotional Friction of Virtual Teams, abrufbar unter: http://www.cioinsight.com/c/a/Trends/Ending-the-Emotional-Friction-of-Virtual-Teams/; abgefragt am 25.08.2011

Team 2.0

29. August 2011

Die Seminarbeschreibung mit Anmeldeabschnitt als Word Dokument:

 

FOCUS UND ZIEL DES SEMINARS:

 

  • Die Zukunft der Teamarbeit ist mobil und es braucht daher klare Regeln, um es effektiv zu gestalten.
  • Vergleicht man die Kosten und den Nutzen virtueller und traditioneller Teams wird klar, dass verteilte Strukturen durchaus kostenbewusster zu führen sind.
  • Virtuelle Teamführung ist ein relativ junges Phänomen. Die Tendenz, dass immer mehr Menschen an verschiedenen Standorten, dennoch gemeinsam in einem Team und an einer Aufgaben arbeiten, fordert Führungskräfte personale, prozessuale und strukturelle Schlüssel-faktoren für den Erfolg virtueller Führung kennen zu lernen..
  • Für das Gelingen von Kommunikation und Kooperation zwischen den meist weit entfernten Mitarbeiter benützen wir fast ausschließlich Medien, die Führungskraft braucht daher Kommunikations- und Medienkompetenz, dass heißt, die Fähigkeit, mit den modernen technischen Kommunikationsmitteln richtig umzugehen und sich deren unterschiedlicher Wirkung bewusst zu werden.
  • Bewährtes und Innovatives im Team gilt es zu vereinen und Selbststeuerung gut zuzulassen.

NUTZEN:
Die Menschen in virtuellen Teams nun für die Risiken und Chancen, die diese neue Form der Zusammenarbeit mit sich bringt, zu sensibilisieren und in den erforderlichen technischen, sozialen Kompetenzen zu stärken und das Verhaltensrepertoir zu verbreitern, ist das Anliegen dieses Seminars.

ZIELGRUPPE:

Mitarbeiter, die in virtuellen Teams zusammenarbeiten.

INHALTE:

Was ist DIE BESONDERHEIT DER TEAMZUSAMMENARGBEIT 2.0?

Teamkommunikation:

  • Praxisbeispiele Überblick über mögliche Kommunikationsmedien für das virtuelle Team (Charakteristik, Einsatzbereiche, Nutzen)
  • Regelung des Informations-Kommunikations- und Wissensaustauschbedarfs
  • Kommunikationsverhalten, Kommunikationskultur von Teammitgliedern, Kunden, und Kooperationspartnern
  • Apps, Kollaborationswerkzeuge, Groupware und Tools für kollaboratives Arbeiten im Quervergleich
  • Synchron versus asynchron- wann können Medien eingesetzt und genutzt werden oder wann ist ein face-to-face Kontakt notwendig?
  • Die richtige Kommunikation, Kommunikationsformen von verschiedenen Kommunikationswerkzeugen im Web
  • Anwendungsszenarien: Produktive Meetings, Adhocinformation, kreative Ideengewinnung und Problemlösungsfindung, Partizipation, Mitarbeiterfeedback

Teamentwicklung:

  • Die optimale Teamzusammensetzung und Teamgröße finden
  • Gestaltung von virtuellen Teambeziehungen, Digital Natives und digital Immigrant in einem Team vereint
  • Instrumente der virtuellen/traditionellen Teamentwicklung im Visier, Kultur entscheidend-  global, international Zusammenarbeit und Ihre Stärken, Motivation im Team erreichen
  • Teamphasenmodelle im Praxistest für virtuelle und traditionelle Teams
  • Die optimale Teamart und Teamstruktur finden, Kommunikations- handlungs- und wissensorientierte Teamrollen richtig verteilen
  • Der virtuelle Teamraum und seine Teamarchitektur

Teamkultur 2.0

  • Teamgeist und Teamzusammenhalt sicher aufbauen, Teamreifegrad bis zum Hochleistungsteam entwickeln
  • Konflikte rechtzeitig erkennen und professionell online lösen
  • Bestcases: Virtuelle Teams funktionieren anders als konventionelle Teams

 

TERMINE :
WIEN:

MO, 03.09. / 04.09.12

MO, 05.11. / 06.11.12

Interne Termine auf Anfrage.

 

KOSTEN:

Die Kosten pro Seminar betragen Euro700,- exkl. Mwst pro Teilnehmer oder als intern durch geführtes Training der vereinbarte Tagessatz.

 

ZUR ANMELDUNG


Weitere Informationen erhalten Sie von Ursula della Schiava-Winkler.
Email: office@socialskills4you.com oder telefonisch unter: +43/1/4087717 oder 0664/1012768.

Der Charismaindex- kann man Charisma messen?

3. June 2010

„Wir können Charisma messen“ Alex Sandy Pentland. Pentland leitet das MIT Human Dynamics Lab und beschäftigt sich mit der Auswertung von Kommunikationssignalen in Richtung Durchsetzungsfähigkeit. Seine Forschung über ehrliche Signale (näheres dazu auch in seinem Buch Honest Signals, MIT Press 2008) zeigt die Erkenntnis, dass emphatische Signale beim Gegenüber eine Veränderung auslösen.

Das Wort Charisma kommt ursprünglich aus dem griechischen und heisst Gnadengabe, gemeint ist eine Fähigkeit von Menschen, die einen geradezu magnetischen persönlichen Umgang mit anderen Menschen haben, sie bildhaft und emotional ansprechen, den Raum öffnen, mit Reden und Überzeugung mitreißen und faszinieren können. Angenommen Sie treffen auf einen Geschäftspartner mit sympathischer, fröhlicher Grundstimmung, diese Haltung und Einstellung färbt laut den Ergebnissen von Pentlands Team vom Massachusettes Institut of Technology ab. Er beweißt je erfolgreicher Menschen sind, desto energiegeladener und enthusiastischer sind. Sie sprechen mehr, hören mehr zu, widmen sich mehr den anderen und bringen auch die anderen dazu, sich von der Menge abzuheben. Unmittelbaren Konnex hat dies auf die Leistungsfähigkeit und Produktivität.

Noch ein Untersuchungsergebnis erstaunt: Erfolgreiche Personen sprechen wenig und hören genau zu, wenn Sie sprechen, haben Sie eine kräftige klare Aussprache, variieren gekonnt den Rhythmus und die Tonhöhe, setzen gezielt und empathisch ihre nonverbalen Signale und erreichen so Interesse beim Zuhörer, in dem Sie genau seine Bedürfnisse erreichen. Sie wirken vertrauenswürdig, sind spontan und gewinnen so von Anfang an Größe, Macht Einfluss und Zuspruch. Das Geheimnis liegt im Timing, in der Wiederholung, in der rhythmischen Kadenz, in der zum richtigen Zeitpunkt angehobenen Stimme, meint der Sozialpsychologe Ronald Riggio. Besonders für die Zusammenarbeit im virtuellen Raum scheint diese Erkenntnis wichtig gerade für die Beziehungsbildung. Begeisterungsfähigkeit und Emotionalität, Risikofreude und Aktionsorientierung zeigen sich charismatische virtuelle Führungskräfte

Zur Nachlese: Edward Baker, “When Teams Fail: The Virtual Distance Challenge,” www.strategy-business.com/li/leadingideas/li00026: Mark Buchanan, The Social Atom:Why the Rich Get Richer, Cheaters Get Caught, and Your Neighbor Usually Looks Like You (Bloomsbury USA, 2007) Tanzeem Choudhury, Matthai Philipose, Danny Wyatt, and Jonathan Lester, “ Malcolm Gladwell, Blink! The Power of Thinking without Thinking (Little, Brown, 2005) Art Kleiner, “Elliott Jaques Levels with You,” s+b, First Quarter 2001, www.strategy-business.com/press/article/10938: Karen Otazo, “On Trust and Culture,” s+b, Autumn 2006, www.strategybusiness.com/press/article/06311: Alex Pentland’s MIT Media Lab home page, http://web.media.mit.edu/~sandy/: “Remembering Mark Weiser,” 1999, www-sul.stanford.edu/weiser/index.html